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Montag, 8. Februar 2016

Muss ich das?

Liebe Bräute, ich muß jetzt mal was loswerden.

Nachdem sich die Hochzeit ja in den letzten Jahren endlich aus dem starren Korsett der Spießigkeit und von ihrem strengen Reglement befreit hat, beobachte ich gerade, daß der Trend wieder in Richtung Konventionen geht. Diesmal ist es aber eher ein selbst auferlegter Druck, den sich meist die Bräute machen, indem Sie versuchen, akribisch jedes Detail, das sie irgendwo gesehen haben, in Ihre Hochzeit mit einfließen zu lassen. Und dadurch oft in einen unwahrscheinlichen Streß verfallen und auch Unmengen von Geld für teilweise ziemlich überflüssiges Zeug ausgeben.

Ich bin der letzte Mensch, der es nicht verstehen kann, wenn man von all diesen schönen Ideen geflasht ist und das bitte alles haben möchte. Aber man verliert sich auch leicht. Viele verlieren auf dem Weg auch Ihr Konzept und am Ende ist es ein großer Deko und Detail Overflow, den keine Gast mehr richtig in sich aufnimmt und der das Brautpaar bis zur Erschöpfung gestresst und Nerven und/oder Geld gekostet hat....

Damit Ihr mich richtig versteht: Es gibt Menschen - ich gehöre auch dazu - die sind sehr detailverliebt und machen das mit einer wirklichen Inbrunst, haben aber auch generall eine kreative Ader und relativ klare Vorstellungen, was sie wollen und wie sie es umsetzen können. Aber viele sind auch unsicher. Und nicht jeder bastelt wirklich gern. Ich lese es ja immer wieder in den Hochzeitsgruppen: Was sind eigentlich Wedding Wands? Wofür braucht man Notfallkörbchen? Muß man Gastgeschenke machen? Wo krieg ich das alles her? und und und .......................... aaaaaaaaahhhhhhhh!

Für mich gibt es ein wichtiges Schlüsselwort und das ist MUSS.

Mädels. Freut Euch, daß Heiraten endlich vom verklemmten, konventionsüberfrachteten bürokratischen Akt zu einer wirklich persönlichen Angelegenheit geworden ist. Und nutzt diese Freiheit!

Ich will Euch mal eins sagen: MÜSSEN tut man gar nichts. Versucht, Euch darüber klar zu werden, was Euch wirklich, wirklich wichtig ist an Eurem Tag. Was wollt Ihr? Einen Wettbewerb für die lückenlose Präsentation aller gängigen Hochzeitsideen von Pinterest gewinnen? Wie gesagt, ich weiß genau, wie das ist, weil ich auch auf alle süßen Sachen anspringe, die ich irgendwo sehe. Man muß sich schon sehr disziplinieren, um da nicht schwach zu werden. Deswegen versuche ich immer, mir ein Konzept zu überlegen, das stimmig ist. und dann immer wieder drüberzukucken und die Dinge wegzustreichen, die eigentlich nicht notwendig, also dem Gesamtkonzept nicht dienlich sind. Damit das, was am Ende dabei rauskommt, auch wirklich wirken kann. Gerade, wenn das Budget für die Hochzeit nicht besonders üppig ist, sollte man es nicht für überflüssige Dinge verballern, die am Ende womöglich sogar das Gesamtkonzept verwässern. Oder sich schlaflose Nächte machen, wie man das dann noch alles schaffen und bezahlen soll. Denn auch DIY kostet Geld. Das wird ja gerne mal vergessen.

Wichtig ist doch, daß Ihr und Eure Gäste einen schönen Tag habt. Und das habt Ihr am ehesten, wenn Ihr entspannt und glücklich seid. Und Euch Zeit nehmen könnt für Eure Gäste. Eine persönliche, liebevolle Zeremonie, Essen, Trinken und Musik, dazu noch eine ansprechende Tischgestaltung würde ich als die wichtigen Basics für das Fest bezeichnen. Alles andere KANN. Man MUSS keine Gastgeschenke haben, MUSS kein Notfallkörben aufstellen, MUSS keinen Korb mit Flip Flops bereithalten, man MUSS auch keine Freudentränen Taschentücher oder Wedding Wands anfertigen, oder MUSS Seifenblasen, Wunderkerzen, Fächer, etc. am Start haben..................  Damit dann am Ende festgestellt wird, daß die extra bestellten Autoschleifen leider noch vergessen im Schrank liegen oder man Wunderkerzen in der Location leider gar nicht abbrennen durfte. Wir können ja ein paar Punkte mal näher beleuchten:

Stichwort Notfallkörbchen


Ganz nett, wenn man als Frau mal schnell etwas Deo nachsprühen muß oder einen Zahnstocher oder ein Taschentuch benötigt, und auf der Ablage im Gäste WC steht ein kleines Körbchen mit diesen Dingen bereit. Wenn noch ein paar Sicherheitsnadeln oder ein kleines Reise Nähset dabei ist, auch gut. Aber man muß nicht  Kisten mit dem Inhalt eines Beautycases für 6 Wochen Wellness Urlaub aufstellen. Ehrlich nicht. Die meisten Frauen haben sowieso eine Handtasche mit all Ihren needful things dabei. Und die meisten Männer haben ihre Frau dabei, die widerum ihre Handtasche........... Ihr wißt, was ich meine, oder?

Stichwort Schuhe für müde Tanzfüße


Eine Idee, die mittlerweile auch inflationär kopiert wird. Ich sag mal so: Tanzen in Flip Flops auf einem glatten Tanzboden, und wenn dann auch noch Alkohol im Spiel ist, erhöht die Unfallgefahr nicht unbeträchtlich. Wenn man eine Hochzeit mit Bezug zu Strand und Meer feiert, ist es natürlich ein nettes Detail, das man als Teil der Dekoration betrachten kann. und als Give-Away für seine Gäste. Ansonsten finde ich es eigentlich nicht wirklich wichtig. Die meisten Frauen nehmen in weiser Voraussicht sowieso ein paar Ersatzschuhe mit, in denen sie auch WIRKLICH tanzen können....

Stichwort Laß unsere Liebe Funken sprühen


Wunderkerzen mit einer entsprechenden Aufforderung sind extrem en vogue gerade. Wunderhübsche Idee auch. Man sollte allerdings vorher abklären, ob a) Wunderkerzen abzubrennen in der Location überhaupt erlaubt ist und b) das Platzangebot es auch hergibt, ohne daß der Spaß nach hinten losgeht (Merke: Wunderkerzen entwickeln auch Rauch!). Wenn Ihr es macht, überlegt Euch auch vorher, wie und wo die Leute die knallheißen Teile anschließend loswerden und bereitet die Entsorgung entsprechend vor.

Stichwort Fächer


Wenn Ihr im Sommer heiratet oder in einer Location, die sich sehr aufheizt, dann sind Fächer eine Gottesgabe. Und das ist tatsächlich auch etwas, was - außer mit vielleicht - normalerweise wenige Frauen mit sich führen. Damit könntet Ihr also einen echten Volltreffer landen. Günstige Fächer bekommt Ihr im Internet, mit Glück sogar passend zu Eurem Farbkonzept. Es reichen auch 10 oder 20, Ihr müßt jetzt nicht für jeden Gast einen bereitstellen :-) Ihr könnt natürlich auch eine andere Funktion damit kombieren und z.B. Euren Ablaufplan oder einen Gruß und Dank an die Gäste als Fächer gestalten und diese direkt in die Tischgestaltung integrieren, dann habt Ihr gleich ein schönes Give-Away. Falls Ihr allerdings im Frühjahr, Herbst oder Winter heiratet und eine extreme Hitzeattacke nicht zu befürchten ist, könnt Ihr auf Fächer auch getrost verzichten.

Stichwort Freudentränen


Inzwischen schon fast Hochzeitsstandart, würde ich sagen: Ein Taschentuch in einer mehr oder weniger aufwändig gestalteten Umverpackung, um sich in der Kirche die Tränen der Rührung und der Freude aus dem Augenwinkel zu tupfen. Wenn Ihr gerne bastelt, go for it. Wenn Ihr nicht gern bastelt, laßt es auch gern weg. Oder stellt am Eingang der Trauungs Location - also Standesamt oder Kirche - gut sichtbar ein kleines Körbchen mit ein paar hübschen Tempotüchern auf, dann spart Ihr Euch die Bastelei. Die meisten Frauen haben eh ein Tempo in der Handtasche. Und die Männer... siehe oben.


Überlegt Euch einfach in Ruhe, was für Euch persönlich wichtig ist und Eurem Fest den letzten Schliff gibt. Aber laßt Euch um Himmels Willen nicht einreden, daß, nur weil andere Leute es so machen, all diese Dinge jetzt zum ungeschriebenen Hochzeitsmanifest gehören und auf keiner Hochzeit mehr fehlen dürfen. Nehmt Euch die Freiheit so zu heiraten, wie es EUCH gefällt.

So, und nun streicht einfach die Worte ICH MUSS aus Eurem Kopf und genießt Eure Vorbereitungen. Viel Spaß.

Freitag, 2. Oktober 2015

Kinder, Kinder - mit einladen oder nicht?


Aaaawwwww ♥ Süß, oder?
Das sind natürlich Momente, um die sich auf seiner Hochzeit keiner bringen möchte. Oder? Und wenn doch? Was ist eigentlich, wenn man seine Hochzeit nur mit Erwachsenen feiern möchte?

Gerade hatte ich eine sehr interessante Diskussion mit einer jungen Mutter, bezugnehmend auf den Artikel über unsere Hochzeit, und die Tatsache, daß wir die Gäste zur Abendveranstaltung ohne ihre Kinder eingeladen hatten. Sie schrieb, daß sie eben selbst zu einer Hochzeit eingeladen wurden, wo Kinder ebenfalls "nicht erwünscht" wären und das würde sie sehr verletzen. Nun, wir hatten jetzt nicht explizit auf die Einladung geschrieben, daß wir keine Kinder da haben wollen. Aber wir haben die Einladung nur an die Eltern adressiert und nicht an "Familie xyz". Für einige war es dann sowieso klar, zumal die Feier auch erst am späten Nachmittag losging und denen, die nachgefragt haben, haben wir dann gesagt, daß sie bitte gerne ohne Kinder kommen mögen. Das war in unserem Fall für niemanden ein Problem.

Ich weiß aber, daß das ein sehr zwiespältiges Thema ist, das gerade Brautpaaren, die eigentlich gerne Ihre Hochzeitseinladungen OHNE Kinder aussprechen würden, weil sie vielleicht selbst keine Kinder haben oder eben einfach eine andere Vorstellung von diesem Tag haben und einfach nur mit Ihren Freunden feiern möchten statt mit der ganzen Familie, eine Menge Kopfzerbrechen und schlaflose Nächte macht. Denn glaubt mir, liebe Eltern, wir machen uns das gar nicht so leicht, wie Ihr vielleicht denkt. Im Gegenteil. Gerade in der heutigen Zeit, wo viele Eltern Ihren Nachwuchs wie zu keiner anderen Zeit in das Zentrum Ihres Denkens und Handelns stellen, ist es so schwer wie nie zuvor, eine Einladung an Eltern auszusprechen, die aber nicht für Ihren Nachwuchs gelten soll, ohne sie schwerst vor den Kopf zu stoßen. 

Aber warum eigentlich? Man ist doch nicht nur Eltern, sondern auch noch ein Individuum. Alle Eltern, die ich kenne, gehen auch mal allein aus. Warum ist es dann bei einer Hochzeit ein Problem?



Ich finde eigentlich, auch aus der Gast-Perspektive, daß das völlig legitim ist, wenn ein Brautpaar lieber ohne 20 Kinder Hochzeit feiern will. Die meisten Eltern, die ich kenne, sind eigentlich sogar ganz froh, wenn sie mal einen Abend "kinderfrei" haben. Und selbst wenn nicht, wäre es nicht ziemlich egoistisch von mir als Gast, daß ich meine Ansprüche und Befindlichkeiten über die des Brautpaares stelle? Immerhin ist es doch IHR Tag und sie müssen den doch so gestalten, wie es für SIE am schönsten ist. Die eigene Hochzeit ist gemeinhin einer der wichtigsten Tage im Leben eines Paares, der monate-, manchmal jahrelang geplant und vorbereitet wird und in den meistens jede Menge Herzblut (und noch mehr Geld) investiert wird. Sollte man da als Gast nicht auch alles dafür tun, daß dieser Tag für das Brautpaar absolute perfekt wird? Im Gegenzug tut doch das Brautpaar dafür auch alles erdenklich Mögliche, um Ihren Gästen einen möglichst schönen und unvergeßlichen Tag zu bereiten.

Mit gehts hier nicht nicht um pro oder kontra Kinder. Ich habe schon viele Hochzeiten besucht, mit Kindern und ohne Kinder, alle waren toll auf Ihre Art, das ist also völlig unerheblich. Vielmehr geht es mir um Meinungsfreiheit, die Freiheit, für sich eine Entscheidung zu treffen, die respektiert und anerkannt wird, ohne daß man sich dafür rechtfertigen muß.

Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen, daß ich mich sehr schwer getan habe mit diesem Thema. Denn während ich zu manchen Kindern (Nichten, Neffen, Patenkind), die ich als Baby schon auf dem Arm gewiegt habe,  ein enges Verhältnis habe und diese natürlich auf meiner Hochzeit dabei haben wollte und als vollwertigen Gast betrachtet habe, wollte ich deshalb nicht automatisch auch sämtliche Kinder von Freunden mit einladen, mit denen ich sonst im alltäglichen Leben eigentlich auch nichts am Hut habe. Durch den Umstand, daß bei der Trauung, die in einem etwas intimeren Rahmen stattfand, sowieso nur die engeren Freunde und Familie anwesend war und der Rest der Gäste ohnehin erst abends zur Party kam, konnten wir das eigentlich ganz gut trennen. So waren dann zum Beispiel bei unserer Hochzeit nur unsere 8 bis 10-jährigen Nichten und Neffen anwesend und die kleine Tochter einer Cousine, die von weiter her angereist war und ein paar Tage länger geblieben ist. Daß diese ihr Kind dann nicht für 5 Tage in eine Obhut gibt, ist natürlich klar, zumal ihre Mutter (meine Tante) ja auch dabei war, also keine Omi zu Hause. Durch einen unglücklichen Umstand - seine Frau war kurzfristig erkrankt - brachte einer unsere Gäste am Abend dann noch seine Tochter im ähnlichen Alter mit und die beiden kleinen Mädchen konnten sich dann auch wunderbar miteinander beschäftigen. Ansonsten sind aber alle Gäste gerne unserer Bitte nachgekommen, Ihre Kinder Abends zu Hause zu lassen und wir hatten eine wirklich tolle Feier und haben bis morgens um fünf getanzt.

Also, liebe Brautpaare, falls Ihr eine große, bunte Familienhochzeit möchtet, wunderbar. Wenn Ihr aber eigentlich lieber nur unter Erwachsenen, ohne den gesammelten Nachwuchs Eurer Gäste feiern möchtet, dann sollten Eure Gäste das akzeptieren, ohne es als Affront gegen Ihre Kinder zu werten. Bei manchen Eltern ist das tatsächlich ein brisantes Thema. Andererseits ist es Euer Tag. Manche Eltern sind ja auch ganz froh. Aber wenn nicht, würde ich es vorab in einem persönlichen Gespräch klären. Das ist netter und weniger mißverständlich, als es pauschal auf die Einladung zu schreiben. Wenn es ein wirkliches Problem gibt, und jemand sein Kind partout nicht unterbringen kann oder eventuell noch nicht allein lassen kann, weil es noch so klein ist, dann kann man immer noch eine Lösung für den Einzelfall finden. Aber so könnt Ihr schonmal im Vorwege vermeiden, daß Eure Hochzeit von Anfang an zu einem Kinderfest wird. Es sei denn, IHR möchtet das so!



Das wichtigste ist doch, daß man ehrlich ist, zu sich selbst und zu anderen. Und miteinander redet. Ich finde, das ist man sich selbst und seinen Gästen schuldig. Es gibt wirklich gerade auf Hochzeiten viele entzückende Momente mit Kleinkindern, die man nicht missen möchte. Aber, ja, es gibt eben auch nervige. Wirkich voraussehen, wie sich etwas entwickelt, kann man ohnehin schwer. Aber wenn Du lieber unter Erwachsenen feiern willst, dann mach es. Ich finde das absolut in Ordnung. Auch wenn Du dann garantiert nicht solche süßen Fotos bekomms (habe ich auf der Hochzeit eines befreundeten Paares geschossen, da waren zum Beispiel eine ganze Menge Kinder):

Die süße kleine Mausi ganz oben, die auf meiner Hochzeit Blümchen gestreut hat, wurde übrigens nach der Trauung von der Mama wieder nach Hause zur Omi verfrachtet, weil nämlich die Mama auch lieber entspannt mit uns feiern wollte. Viele Eltern kommen also auch von allein drauf. Für die anderen bietet sich dann aber ein dezenter Hinweis im Vorwege an.

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Fotos: privat

Mittwoch, 23. September 2015

Männer und Hochzeitsplanung

Ich habe gerade in einer Hochzeitsgruppe auf facebook zu einem Post geantwortet, in dem es darum ging, warum die Männer sich meist so wenig in die Hochzeitsplanung involvieren und häufig auch so desinteressiert daran wirken. Da ich glaube, daß das ein Thema ist, das viele werdende Bräute bewegt, möchte ich es hier nochmal aufgreifen und ein wenig vertiefen. 

Tatsache ist ja wirklich, daß der Mann (meistens, hoffentlich) den Antrag macht und dann zur Hochzeit erscheint. Alles, was dazwischen passiert, ist zu überwiegendem Anteil Frauensache. Termin, okay, den spricht man natürlich noch ab, muß ja mit seinen Terminen auch passen. Beim Essen wird er evetuell auch noch eine Meinung haben und vielleicht hilft er noch bei der Wahl des DJ. Aber auch nur vielleicht. Häufig organisiert man als Frau doch die ganze Feier im Alleingang. Anstandshalber fragt man Schatzi hier und da nochmal, aber grundsätzlich möchte man dann auch nur ein Ja und Amen hören, und bitte, gefälligst, kein Gemaule oder womöglich den Vorschlag, es ganz anders zu machen. 

Ich glaube, den MEISTEN (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel) Männern ist dieses ganze Brimborium tendentiell eh nicht wichtig. Das machen sie nur uns zuliebe mit.

Um es auf einen simplen Punkt zu bringen, kann man vielleicht sagen: Für die Männer steht das "verheiratet sein" als solches im Focus, nicht die Hochzeit. Bei Frauen ist es eher umgekehrt. Wenn es nach Euren Männern gehen würde, würde Ihnen sicher auch reichen, wenn Ihr im Standesamt die Unterschrift leistet, danach einen Burger essen und ein Bier trinken geht und vielleicht noch zum Motorradtreffen/Autorennen/Fußballspiel/... was sie sonst so interssiert (und zwar mit größter Begeisterung Eurerseits, ohne Gemaule und langes Gesicht) und abends noch eine schöne....  Ihr wißt schon, was ich meine. Für die meisten Männer wäre das vermutlich der perfekte Tag.

Okay, bei jungen und modernen Paaren haben momentan auch die Hochzeiten oft diesen Kick Coolness, man orientiert sich dabei an Dingen, die man im alltäglichen Leben auch schätzt und mag und viele haben sich auch komplett von klassischen und konventionellen Vorstellungen gelöst, zum Glück! So wie sich bei uns zum Beispiel Punkrock, Rockabilly, Oldtimer sowie das Anker Thema in der gesamten Hochzeit wiedergespiegelt hat, angefangen bei der Klamotte über die Fahrzeuge, bis hin zu den Gästen und in der gesamten Feier, sogar in der Hochzeitstorte. Weit entfernt von konventionell, aber dafür genau unser Ding, wo wir uns nicht verstellen mußten. Obwohl ich zu behaupten wage, daß auch hier der größte Teil der Ideen und Umsetzung von den Frauen kommt, sie aber eben alles sehr "Mann-kompatibel" planen. Aber wenn man diesbezüglich keinem so prägnanten gemeinsamen Nenner hat und als Braut so richtig Mädchen ist und von der entsprechenden Hochzeit mit all diesem Mädchen-Deko-Prinzessin-Schloß-Chichi träumt, dann sind die meisten Männer echt raus.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ergötzen sie sich nicht an teuren Blumengebinden und liebevoll ausgewählter Vintage-Dekoration, hätten für die tausende von Euros sicher manche bessere Verwendung als dafür eine Klamotte zu kaufen, die im ganzen Leben vermutlich nur ein einziges Mal getragen wird und sehen meistsens auch nicht den Sinn darin, ein halbes (oder ganzes, je nachdem) Monatsgehalt für einen Fotografen auszugeben...Also nehmen wir es einfach mal so hin, daß sie aus Liebe zu uns diese ganze Hochzeit-Action mitmachen, sie sogar allein oder zumindestens mit-finanzieren und sind einfach mal dankbar dafür, daß er sich raushält, damit wir unseren Traum verwirklichen können. 

Natürlich gibt es aber auch richtige Rampensäue von Mann, die total Bock und genaue Vorstellungen von einer coolen Hochzeit haben und dann entsprechend auch an der Planung teil-, sie manchmal sogar übernehmen. Das werden dann erfahrungsgemäß aber nicht die niedlich, romantischen, verspielten Mädchentraum Hochzeiten. 
Oder eben welche, die landläufig auch gern "Frauenversteher" heißen, die sich tatsächlich voll reindenken können in diesen ganzen Mädchenkram und auch mit viel Freude und Elan da mitmachen. Dann hat man eben Glück gehabt. Ist aber nach meiner Erfahrung echt nicht die Regel... 

So gesehen: Wenn Dein Mann mitplanen will, dann laß ihn und findet zusammen die optimale Lösung, mit der Ihr beide glücklich werdet. Und unterschätze hierbei nicht das Konfliktpotential, sondern sei darauf vorbereitet.
Wenn er sich aber raushält, dann nimm es als Geschenk seinerseits, denn damit läßt er Dir quasi freie Bahn, Deine persönliche Traumhochzeit umzusetzen. Aber löcher ihn dann auch nicht ständig mit Fragen nach seiner Meinung. Frag ihn ganz am Anfang einmal, bei welchen Punkten er gerne ein Veto- oder Mitspracherecht hätte und kümmer Du Dich dann alleine um den Rest und sei ihm dankbar, daß er durch seine stille Teilnahme hilft, Dir Deine Traumhochzeit zu bescheren. 

P.S. Es gibt in der Tat ein paar Männer, die wirklich Bock auf die Hochzeitsplanung und auch auf den ganzen Dekokram haben. Ohne Scheiß. Ich hab einen in meinem engsten Freundeskreis. Kommt also auch vor. Wie ich schon sagte: Ausnahmen bestätigen die Regel!  

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Donnerstag, 10. September 2015

Hochzeitsplaner? Wozu....?


Hochzeitsplaner ist für viele scheinbar immer noch ein Beruf mit vielen Mysterien. Ich glaube, die meisten haben gar keine richtige Vorstellung, was der macht, was das bringt, was es kostet und vor allem, was es wert ist! So ein Quatsch, brauch ich nicht oder kann ich mir nicht leisten, hört man doch immer noch häufig, wenn es um Hochzeitsplanung als professionelle Dienstleistung geht. Vor allem wenn sie mit niedrigem bis mittleren Budget heiraten. Und DIY ist ja grad so angesagt und macht ja solchen Spaß.
Ich kann dazu nur sagen: Auch DIY ist nur gut, wenn es gut gemacht ist! Und moderne Weddingplanner bieten heutzutage so viele verschiedene Module an, daß man sich ganz individuell entscheiden kann, in welchen Bereichen man unterstützt werden will und es mit fast jedem Budget vereinbaren kann. Beispielsweise kann man sich speziell im Bereich Ausstattung und Deko unterstützen lassen, auch im DIY Bereich.
Es ist numal nicht jede werdende Braut automatisch eine Dekoqueen und auch nicht unbedingt – mit Verlaub – eine begnadete Bastlerin. Außerdem unterschätzen, glaub ich, viele den Streß, der speziell auf der letzen Zielgeraden zur Hochzeit auf sie zukommt, wenn sie alles selbst machen wollen und – das muß auch mal erwähnt werden – die Kosten, die letztendlich trotzdem entstehen, wenn man alles selbst macht und kauft. Denn allein das ganze Zubehör und Material, man ist am Ende doch erstaunt, was da unterm Strich so auf die Uhr kommt.
Immer öfter lese ich in den einschlägigen Hochzeitsforen Beiträge wie diesen hier: „Ich heirate nur 1 Mal!!!! Wer macht denn freiwillig den ganzen Aufwand öfter mit? Kann ja sein, dass es sich lohnt, ich weiss es noch nicht! Ich träume schlecht, hab ständig angst etwas zu vergessen, laufe das xte mal in den Bastelladen weil die Farbe vom Papier zur Schleife nicht passt, komme heulend vom Friseur nach Hause weils mir nicht gefällt, finde keine passenden Schuhe, geschweige denn ein passendes Kleid zur standesamtlichen Feier. Weiss nicht wie ich vor so vielen Leuten tanzen soll, bekomme Stressausschlag, Blasen an den Fingern vor lauter basteln, ärgere mich mit Word und dem Drucker, der Post und dem Wirt.... der Urlaub war kein Urlaub weil ich von einem Termin zum nächsten bin und wenn ich daheim war wurde weiter geplant und ständig wollen Leute Dinge wissen, die ich selbst noch nicht mal weiß. Es ist nicht mehr lange hin, meine Nerven haben mich schon lange verlassen und lachen sich ins Fäustchen.... ich bin heilfroh, wenn alles vorbei ist und ich endlich als "Frau von" meine Füße hochlegen und mir die schönen Erinnerungsfotos und -videos ansehen kann.................!"
Ich hätte diese Frau am liebsten in den Arm genommen und getröstet, denn ich kann sie absolut verstehen. Und diese verzweifelten Ausbrüche sind wahrhaftig kein Einzelfall! Natürlich macht es unwahrscheinlich viel Spaß – wenn man da Lust zu hat – zu recherchieren und Sachen auszusuchen, Dekokram zu bestellen, zu basteln und zu planen. Nur kommt doch bei vielen irgendwann der Moment, wo ihnen die Sache über den Kopf wächst. Wo Ihnen die Zeit davon läuft. Wo die Sachen leider doch nicht so klappen, wie sie es sich vorgestellt haben, weil sie vielleicht dann doch kein Händchen dafür haben und irgendwann feststellen, daß das eigentlich alles ziemlich unrund aussieht, was sie sich da so zusammengekauft und -gebastelt haben. Was im Internet noch so easy done und aus dem Ärmel geschüttelt verzaubert schön aussah, sieht jetzt irgendwie.................blöd und schlecht improvisiert aus. Es gab schon Leute, die am Ende die Hälfte der ganzen Dekosachen, die sie gekauft haben, gar nicht aufgebaut haben, weil es alles viel zu viel war und gar kein rundes Gesamtbild ergab. Weil sie einfach erstmal wild drauflosgekauft haben, ohne ein wirklich finales Konzept im Kopf zu haben. Und das ist auch wirklich sehr sehr schwierig, wenn man es nicht schon zig mal gemacht hat, weiß, wo man bestimmte Dinge bekommt oder eben wirklich begnadet ist.
Warum also nicht einen Profi mit ins Boot holen? Der einem viele von diesen stressigen Dingen abnimmt. Etablierte Hochzeitsplaner wissen genau, wann was zu tun ist. Sie kennen Locations, wissen wie sich die Preise zusammensetzen, haben diverse kampferprobte Dienstleister an der Hand und können eventuell sogar die eine oder andere Vergünstigung an das Brautpaar weitergeben. Gute Weddingplanner können im Gespräch genau aus Dir rauskitzeln, was so Deine Traumvorstellung von Deiner Hochzeit ist, vielleicht sogar das, was Du selbst noch nicht mal in der Lage bist, richtig zu definieren. Sie sind kreativ und haben eine Vielfalt an Ideen und Erfahrung, so daß sie wahrscheinlich Dinge umsetzen können, auf die Du selbst gar nicht gekommen wärst oder für die Dir die kreativen Mittel und Beziehungen fehlen. Du wirst zu jeder Zeit in alle Entscheidungen mit eingebunden, aber Du machst quasi nur die schönen Sachen und hast den ganzen Streß nicht. Hochzeitsplaner sind heutzutage auch gar nicht mehr spießig oder elitär. Es gibt tolle kleine Unternehmen, wie zum Beispiel Freakin' Fine Weddings aus Berlin, was mir persönlich natürlich besonders gut gefällt. Die auch wirklich ausgefallene Ideen umsetzen und damit die Hochzeitsgäste in eine ganz andere, märchenhafte Welt entführen. So wird Deine Hochzeit wirklich zu einem absolut einmaligen und wunderbaren Erlebnis. Schau unbedingt mal auf ihre Seite, Du wirst begeistert sein! 

Mich bestärken solche verzweifelten Ausrufe, wie oben zitiert, auf jeden Fall in meiner Idee, etwas in Richtung Hochzeits- und Eventplanung auch für Hochzeiten und Events mit nicht so großem Budget (erst mal) im Raum Schleswig-Holstein anzubieten. Unter anderem einen Dekoservice und –verleih aufzubauen. Der die Braut (oder Veranstalter einer Taufe, Babyshower, Einschulungsparty, Konfirmation, großen Geburtstages oder Hochzeitstages) von der Idee bis zur Umsetzung in allem unterstützt.  Unterm Strich kann das auch nicht viel teurer werden, als wenn sich jeder einzelne alles selbst kauft und bastelt , Hunderte von Gläsern für Kerzen, Pompons, Wimpelgirlanden, Lichterketten, Geschirr und Equipment für eine Candybar,.............. manche kaufen ja sogar hunderte Stuhlhussen und Schleifen...... Das ist doch  totaler Wahnsinn. Und wohin nach der Hochzeit mit dem ganzen Zeug? Das meiste davon wird man nie wieder brauchen.  Also wäre es doch eine gute Idee, sowas zu leihen. Und sich dabei auch gleich konzeptionell beraten zu lassen. Und dann am Hochzeitstag oder dem Tag davor aufbauen (und danach auch wieder abbauen!) zu lassen, statt selbst noch alles zu machen.Oder man plant und organisiert seine Deko selbst und bucht nur den Auf- und/oder Abbau und muß sich so nicht damit belasten, wenige Stunden bevor es ernst wird (oder am Tag nach dem rauschenden Fest mit seinem dicken Kopf). Sozusagen als Ersatz, Ergänzung oder Erweiterung zu dem Service, den viele Locations als Standart anbieten, wie Servietten, Kerzen, Floristik. Das ist meist ja doch sehr altbacken und langweilig, ohne eine wirkliche persönliche Note.
So kann sich das Brautpaar in aller Ruhe zurücklehnen, vor dem großen Tag nochmal ein bißchen entspannen und dann den Tag der Hochzeit einfach nur genießen. Und ist dann vielleicht am großen Tag auch etwas aufnahmefähiger. Ich war zum Beispiel an meinem Hochzeitstag komplett tiefenentspannt, weil ich mir um nichts einen Kopf machen mußte und habe den Tag einfach nur genossen und mit vollstem Bewußtsein miterlebt! Das war das Beste was mir passieren konnte!  

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Mittwoch, 9. September 2015

Gastgeschenke - Fluch oder Segen?

Immer wieder lese ich in Hochzeitsforen die Frage nach Gastgeschenk Ideen. Ganz ehrlich - ich hab Gastgeschenksperre. Bin ich wirklich der einzige Mensch, der froh ist, wenn er nicht mit irgendwelchem Tinneff belastet wird? Wenn ich das schon alles sehe: kleine Seifenherzen, irgendwelche selbstgebastelten Schlüsselanhänger aus Perlen oder "Schutzengel", oder (das find ich richtig schlimm) Buchstabenperlen zu Namensarmbändern aufgefädelt, wie sie Neugeborene im Krankenhaus trage............. sorry Leute, aber das ist doch Horror. Rausgeworfenes Geld und rausgeworfene Zeit - für Dinge die im Grunde doch die Welt nicht braucht. Da stellen sich dann die sowieso schon gestressten Bräute häufig ein paar Tage vor der Hochzeit noch in die Küche, um 120 kleine Kuchen im Glas zu backen, Kekse zu verzieren, Perlen auf Schnur zu ziehen, Tütchen zu verzieren oder Marmeladen zu kochen. Die sollen doch lieber mal ein paar Stunden die Füße hochlegen oder sich nochmal ne Maniküre gönnen vor der Hochzeit, statt bis zur letzten Sekunde zu ackern.

Ich war wirklich schon auf vielen tollen Hochzeiten und wenn ich so rekapituliere, es gab nirgends ein Gastgeschenk. Zum Glück!

Was mich als Hochzeitsgast am meisten freut, ist, mit dem Brautpaar einen tollen Tag zu erleben und vielleicht hinterher ein paar schöne Fotos von der Feier zu bekommen, am liebsten ein Bild zusammen mit dem Brautpaar, das ist die schönste Erinnerung. Also investiert das Geld lieber in einen Fotografen oder eine Fotobooth und nehmt Euch die Zeit, auf der Hochzeit mal mit jedem Gast ein Foto zu machen, da hat der mehr von als von allen diesen oben genannten netten Überflüssigkeiten. Und Ihr übrigens auch!

In diesem Sinne....fröhliches heiraten!

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